Die kartenbibliografischen Kataloge Bernhard Paul Molls.

Den vermutlich wertvollsten Teil der Sammlung Moll, wenn auch für Laien nicht besonders attraktiv, bilden die originalen kartenbibliografischen Kataloge. Es handelt sich dabei nicht nur um die bloße Erfassung der Karten und Grafiken der Kollektion, sondern in vielen Fällen um ausführlichere Vermerke zu den einzelnen Objekten und auch zu Karten, die zwar nicht in der Sammlung enthalten sind, von deren Existenz Bernhard Paul Moll aber wusste. Darin ist ausführlicher erklärt, was die gegebenen Werke zeigen und unter welchen Umständen sie entstanden sind. In zahlreichen Fällen beinhalten die Kataloge Informationen oder sogar die ganze Abschrift der Nachrichten von ortsansässigen Informatoren, auf deren Grundlage die Abbildung angefertigt wurde. Für das Gebiet Mähren dienten zum Beispiel die Relationen des ländlichen Beamten und bekannten Historiografen Josef Dismas Hofer als Grundlage. Für die ungarischen Länder stellen die kartenbibliografischen Kataloge Molls überhaupt die ersten Abhandlungen über die kartografische Darstellung des gegebenen Gebietes dar. Einige Kataloge sind in mehreren Versionen bzw. in Auszügen erhalten; in die Sammlung sind traditionell auch Bände eingegliedert, die zwar einen Zusammenhang mit der Sammlung haben, jedoch erst in zeitlichem Abstand entstanden. Weitere Varianten des Katalogs existieren in Budapest, Graz und Innsbruck. Zeichnungen von Geyer wurden in der Staatsbibliothek zu Berlin festgestellt.

Die weißen Kataloge

Ein eigenes Kapitel stellt die Erhaltung der Kataloge dar. Die definitive Redaktion wird durch die zwanzig Bände der sog. weißen Kataloge repräsentiert, benannt nach ihren Pergamenteinbänden.

Die älteren Kataloge Molls

Die älteren Versionen der Moll'schen Kataloge wurden nach 1907 in braune Halbleineneinbände gebunden und blieben nur für einen Teil der Sammlung erhalten (II.-XII. und XV.-XIX. Teil des Österreichischen Atlas und I.-X. und XVIII.-XXIV. Teil des Deutschen Atlas). Ihnen beigeheftet sind auch die überhaupt ältesten Entwürfe der Kataloge. Diese Bände sind ein wertvolles Dokument der fortschreitenden Vergrößerung der Sammlung.

Vockels Übersichten

Eine jüngere Gruppe stellen die Übersichten beider Atlanten dar, die offensichtlich auf Veranlassung von Molls Erben enstanden. Ihnen wurde später eine Dokumentation über die Bearbeitung der Sammlung in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hinzugefügt. Die Übersichten dienten offensichtlich als Angebotslisten für mögliche Kunden.

Grundlagen für die Kartenbibliografien

Den letzten Teil bilden fünf Bände, die ursprünglich zwar außerhalb der Sammlung Moll aufbewahrt wurden, in der Vergangenheit jedoch klar ersichtlich dazu gehörten. Offensichtlich handelt es sich um Relationen ortsansässiger Kenner, die von Moll als Grundlage für die Anfertigung von zeichnerischen Darstellungen erbeten wurden.